Deutsche Fotothek

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Deutsche Fotothek
Gründung 1924
Bestand 1.804.000 Bilder
Bibliothekstyp Bild- und Fotoarchiv
Ort Dresden
ISIL DE-2396 (Deutsche Fotothek)
Leitung Jens Bove
Website deutschefotothek.de

Die Deutsche Fotothek mit ihren mehr als drei Millionen Bilddokumenten ist ein Universalarchiv der Kunst- und Kulturgeschichte in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB). Ihre Schwerpunkte liegen in der Kunst-, Architektur- und Musikgeschichte, der Regionalkunde Sachsens, der Geografie sowie der Technik- und Wirtschaftsgeschichte.

Mit dem „Archiv der Fotografen“ bietet die Deutschen Fotothek ein virtuelles Schaufenster für die Werke bedeutender deutscher oder in Deutschland arbeitender Fotografen. Neben Eigenaufnahmen stammt ein großer Teil der Bestände aus den Sammlungen von Institutionen, Unternehmen sowie vor allem aus Nachlässen, zum Beispiel von Hermann Krone, Christian Borchert, Fritz Eschen, Walter Hahn, Konrad Helbig, Erich Höhne, Erich Pohl, Richard Peter, Abraham Pisarek, Roger Rössing und Charles Paul Wilp.

Geschichte

Aufnahme der Elbe in Dresden von August Kotzsch aus dem Jahr 1880 – Die ältesten Aufnahmen der Sammlung stammen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts

Ihren Ursprung hat die Deutsche Fotothek in der „Sächsischen Landesbildstelle“, die 1924 gegründet wurde. Im Jahre 1925 wurde ein Lichtbildarchiv, das Photographische Landesarchiv, gegründet. 1944 betrug der Bestand des Archivs 47.000 Negative und 65.000 Diapositive. Untergebracht war die Landesbildstelle in der Zirkusstraße 40. Bei den Luftangriffen auf Dresden im Februar 1945 wurde sie bis auf die ausgelagerten Bestände zerstört.

Im Sommer 1946 wurde die Landesbildstelle auf der Ehrlichstraße 1 wiedereröffnet, ab 1951 war sie im wiederaufgebauten Sächsischen Ständehaus untergebracht. Im selben Jahr wurde das Landesbildarchiv als „Landesfotothek“ dem Landesamt für Volkskunde und Denkmalpflege zugeordnet. 1952 unterstellte man die Fotothek als „Staatliche Fotothek Dresden“ der Staatlichen Kommission für Kunstangelegenheiten. 1956 gab das Ministerium für Kultur der Fotothek als „Deutsche Fotothek Dresden – Zentrales Institut für kulturwissenschaftliche Bilddokumente“ ein eigenes Statut. 1961 wurde sie der Deutschen Staatsbibliothek Berlin angegliedert. Seit 1983 gehört sie als Abteilung zur damaligen Sächsischen Landesbibliothek (SLB), heute Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek. Seit 1964 verwaltete die Deutsche Fotothek das gesamte Kunstarchiv der Akademie der Künste der DDR.

Bestand und Nutzung

Die Deutsche Fotothek verfügt über 3,2 Millionen Fotodokumente. Derzeit sind etwa 1.800.000 Bilder aus 86 Institutionen online recherchierbar (Stand Januar 2017). Kollektionen in der Deutschen Fotothek:[1]

  • Archiv der Fotografen
  • Virtuelles Kartenforum
  • Weltsichten
  • Architekturzeichnungen
  • Richard Strauss
  • Richard Wagner
  • Arbeiterfotografie
  • Virtuelles Kupferstichkabinett
  • Sammlung Talleyrand
  • Erster Weltkrieg
  • Historische Bildpostkarten - Sammlung Prof. Dr. Sabine Giesbrecht
  • Sorbische Kultur
  • "Sonderauftrag Linz"
  • Technikgeschichtliche Illustrationen aus Drucken des 16. und 17. Jahrhunderts
  • Janke Archiv
  • Verkehr
  • Mühlenarchiv Rapp
  • Luftbilder
  • M. D. Pöppelmann
  • Modefotos der 20er und 30er Jahre
  • Möbeldesign
  • DDR-Kunst
  • Künstlerzeitschriften

Im März 2009 wurde mitgeteilt, dass Wikimedia künftig 250.000 Fotos aus der Sammlung der Deutschen Fotothek nutzen kann. Dazu wurde ein Vertrag zwischen Wikimedia Deutschland und der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek geschlossen.[2][3]

Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

  1. Kollektionen und Projekte der Deutschen Fotothek der SLUB Dresden (Stand: Januar 2017)
  2. Jürgen Kuri: Wikipedia erhält 250.000 Bilder aus der Deutschen Fotothek. auf heise.de, 24. März 2009
  3. Pressemitteilung zur Kooperation mit Wikimedia Deutschland auf commons