Flagellaria

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Flagellaria
Flagellaria indica, Illustration.

Flagellaria indica, Illustration.

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Flagellariaceae
Gattung: Flagellaria
Wissenschaftlicher Name der Familie
Flagellariaceae
Dumort.
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Flagellaria
L.

Flagellaria, auch Peitschenblätter, ist die einzige Pflanzengattung der Familie der Flagellariaceae, auch Peitschenblattgewächse genannt, innerhalb der Ordnung der Süßgrasartigen (Poales). Sie umfasst nur vier Arten in der Paläotropis.

Beschreibung

Habitus und Laubblätter

Die Flagellaria-Arten sind ausdauernde Kletterpflanzen mit sympodialen Rhizomen. Sekundäres Dickenwachstum fehlt. Alle Pflanzenteile sind unbehaart. Die sympodialen, harten Stängel können sehr lang werden und sind im oberen Bereich gleichwertig dichotom verzweigt. Es werden keine Seitenknospen gebildet. [1]

Ihre wechselständig und zweizeilig am Stängel verteilt angeordneten, einfachen Laubblätter sind in Blattscheide, Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die röhrige Blattscheide umhüllt den Stängel. Der Blattstiel ist nur sehr kurz. Die grasartige Blattspreite läuft in eine einfache, sensitive, uhrfederartig eingerollte, relativ harte Ranke aus, mit der sich diese Rankpflanzen an der Unterlage (beispielsweise Bäume) festhalten. Der Blattrand ist glatt. Die Stomata sind paracytisch, sie besitzen also parallel zu den Schließzellen zwei Nebenzellen. [1]

Blütenstände und Blüten

In relativ großen, endständigen, rispigen Blütenständen stehen die ungestielten Blüten zusammen. Die relativ kleinen, meist zwittrigen, selten eingeschlechtigen Blüten sind dreizählig und radiärsymmetrisch. Es sind zwei Kreise mit je drei freien, kronblattartigen, häutigen, weißlichen Blütenhüllblättern vorhanden; wobei die des inneren Kreises größer sind. Es sind zwei Kreise mit je drei Staubblättern vorhanden, die nicht untereinander oder mit den Blütenhüllblättern verwachsen sind. Manchmal sind ein bis drei Staubblätter zu Staminodien reduziert [2]. Die über die Blütenhüllblätter hinaus ragenden Staubblätter besitzen dünne Staubfäden. Die tetrasporangiaten Staubbeutel sind basifix [2]. Die ulceraten (mit rundlicher Keimpore am distalen Pol) Pollenkörner gleichen denen von Süßgräsern. Drei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen, stumpf dreikantigen Fruchtknoten verwachsen. Die drei Fruchtknotenkammern enthalten jeweils nur eine Samenanlage. Der sehr kurze Griffel endet in drei gekeulten Narben. [1]

Früchte und Samen

Sie bilden bei Reife rote oder schwarze Steinfrüchte; sie enthalten meist einen, selten zwei Samen [1]. Die kugeligen bis mehr oder weniger flachen Samen besitzen ein stärkereiches Endosperm. Der Embryo ist winzig und ist bei einem reifen Samen nur noch rudimentär vorhanden. [2]

Chromosomenzahl und Inhaltsstoffe

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 38 [2]. Es wird das Flavonoid Kaempferol gebildet.

Systematik und Verbreitung

Die Flagellaria-Arten kommen in den Tropen und Subtropen von Afrika, Süd- und Südostasien und Nord-Australien, sowie auf einigen Inseln Ozeaniens vorkommen. Die am weitesten verbreitete Art ist Flagellaria indica.

Die Gattung Flagellaria wurde schon 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum, 1, S. 333 erstveröffentlicht. Die Familie wurde 1829 von Barthélemy Charles Joseph Dumortier in Analyse des Familles de Plantes, S. 59-60 aufgestellt. Der botanische Gattungsname Flagellaria leitet sich vom lateinischen Wort flagellum für Peitsche ab und bezieht sich auf die Form der Laubblätter.

Die Familie Flagellariaceae wurde früher etwas größer aufgefasst, mit den beiden zusätzlichen Gattung Hanguana und Joinvillea, die heute die eigenständigen, auch monogenerischen Familien Hanguanaceae und Joinvilleaceae darstellen. Sie gehört zur Ordnung der Süßgrasartigen (Poales) innerhalb der Monokotyledonen.

Es gibt vier Flagellaria-Arten:

  • Flagellaria gigantea Hook. f.: Die Heimat reicht vom Bismarck-Archipel bis zum südöstlichen Pazifikraum.
  • Flagellaria guineensis Schumach.: Die Heimat ist das tropische und südliche Afrika und Madagaskar.
  • Indisches Peitschenblatt (Flagellaria indica L.): Die Heimat reicht vom südlichen Tansania bis Mosambik östlichen Pazifikraum.
  • Flagellaria neo-caledonica Schltr.: Die Heimat reicht von den Salomonen bis Fidschi.

Nutzung

Alle Arten werden kaum genutzt. Manchmal werden die langen Stängel zum Flechten unterschiedlicher Gegenstände verwendet. Die medizinische Wirkung wurde untersucht.

Quellen

Einzelnachweise

  1. a b c d Guofang Wu & Kai Larsen: Flagellariaceae bei der Flora of China, Volume 24, 2000, S. 1: Familie und Gattung - Online.
  2. a b c d Leslie Watson: Flagellariaceae bei der Western Australian Flora: Online, 2008.

Weblinks