Marianische Priesterbewegung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.
Artikel speist sich hauptsächlich aus internen Quellen. Sollte durch Sekundärliteratur belegt werden.

Die Marianische Priesterbewegung (MPB) ist eine römisch-katholische Vereinigung von Priestern mit dem Ziel, die Offenbarung von Fátima umzusetzen. Sie ist nicht kanonisch errichtet. Die MPB ist eine der weltweit größten und einflussreichsten sehr konservativen Bewegungen innerhalb der römisch-katholischen Amtskirche.

Geschichte

Am 8. Mai 1972 nahm der italienische Priester Stefano Gobbi an einer Wallfahrt nach Fátima teil. In der Erscheinungskapelle betete er für einige Priester, die seiner Meinung nach vom Glauben und von der Loyalität gegenüber der Katholischen Kirche abgekommen sind.

In der innerkirchlichen Kontroverse um die Bewegung dreht sich ein Aspekt um den Anspruch von Priester Stefano Gobbi authentische innere Einsprechungen von der Jungfrau Maria empfangen zu haben. Gobbi notierte die Eingebungen in seinem geistigen Tagebuch. Der Vizepräsident des katholischen Senders EWTN Colin B. Donovan, STL sagte zu den Eingebungen Gobbis: „Im Falle von angenommenen Mysterien gibt es immer auch die Möglichkeit, dass es sich um eine psychische Krankheit, Betrug, lebhafte Phantasie, oder sogar das Dämonische handelt.“[1]

Die MPB war seit 1990 stimmberechtigtes Mitglied im kirchlich nicht anerkannten, heute nicht mehr tätigen Vereinten Apostolat im Geist Mariens und kooperierte als solches mit anderen marianischen Gruppen wie den Dienern Jesu und Mariens, der Katholischen Pfadfinderschaft Europas, Radio Maria Deutschland und dem Engelwerk.[2]

Voraussetzungen zur Mitgliedschaft

Eine Mitgliedschaft in der MPB setzt folgende Verpflichtungen voraus:

  • die Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens
  • die Einheit mit dem Papst und der mit ihm verbundenen Kirche
  • die Führung der Gläubigen zu einem Leben der Hingabe an Maria. Ziel ist es, Maria im eigenen Leben handeln zu lassen.[3]

Die „Hingabe an Maria“ und „Verpflichtung zur Umkehr“ besteht nicht nur in einer einmaligen Weihe, sie verlangt von jedem Gläubigen eine Lebensweise, die sich gegen die „herrschende(n) Modeerscheinungen vor allem im Freizeitbereich“ stellt. Dazu gehört eine kritische Haltung gegenüber den als „herausfordernd“ und „schamlos“ empfundenen Kleidungsstil in der westlichen Welt. Zudem sollen sich die Anhänger der Bewegung gegen „jedwede Verbreitung von unmoralischen Publikationen in Zeitschriften, im Fernsehen und im Theater zur Wehr setzen“. Auch sollen die Anhänger der Bewegung Orte meiden, „an denen der heilige Charakter ihrer Person entweiht wird“. Ziel ist die Durchführung einer „Neuevangelisierung der Welt“ unter den Glaubenssätzen der MPB.[4]

Mitglieder

Die Marianische Priesterbewegung hat sich auch durch das Buch An die Priester, die vielgeliebten Söhne der Muttergottes von Don Stefano Gobbi verbreitet. Das Buch enthält die Betrachtungen und Inspirationen, die Gobbi in Form von inneren Eingebungen empfangen haben soll. Das Buch ist nicht im Buchhandel erhältlich; es wird ausschließlich über die Landessekretariaten oder die regionalen Verantwortlichen der Marianischen Priesterbewegung verbreitet.

Organisation

Die Niederlassungen befinden sich für Deutschland in Tengen, für Österreich in Salzburg und für die Schweiz in Baden. Das Internationale Zentrum der Marianischen Priesterbewegung befindet sich in Mailand (Italien).

Theologischer Hintergrund und Verbindungen

Die Priesterbewegung ist innerhalb und außerhalb der katholischen Kirche als erzkonservative Gruppierung umstritten.

Die Priesterbewegung unterstützt die konservative Marienverehrung innerhalb der katholischen Kirche. Auf einem Bild auf der Homepage der MPB sieht man Geistliche vor einer Statue, an der Maria vor dem Kreuz auf der Weltkugel steht. Symbolisch und theologisch wird Maria als zentrale Figur des christlichen Glaubens vor die Dreieinigkeit gerückt. Seit 1990 gehörte die MPB als stimmberechtigtes Mitglied gemeinsam mit anderen marianischen Vereinigungen dem heute nicht mehr tätigen Vereinigten Apostolat Mariens an.[5]

Zur Theologie der Marianischen Offenbarungsbewegungen sagte der Schweizer Theologe Scheidegger im Jahr 1999 im Zusammenhang mit apokalyptischen Prophetengruppen und Sekten der neueren Zeit, dass die Tradition katholischen „Privatoffenbarungen“ schon in das letzte Jahrhundert zurückreiche. Katholisch-traditionalistische Gruppierungen wie etwa die Marianische Priesterbewegung, die Katholische Pfadfinderschaft Europas (KPE) und die Ordensgemeinschaft Diener Jesu und Mariens (SJM) lebten aus dieser Art von Religiosität. Diese Gruppen nähmen „Zeichen der Endzeit“ in Welt und Gesellschaft wahr und wollten die wahre kirchliche Gemeinschaft wiederherstellen, „damit bei dem Ende der Zeit die Gehorsamen von Gott gerettet werden und teilhaben dürfen an den himmlischen Freuden“.[6]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. In the case of alleged mysticism there is always the possibility of mental illness, fraud, vivid imagination, or even the demonic. http://www.ewtn.com/expert/answers/MMP.htm
  2. Heiner Boberski: Im Reich der Engel und Dämonen. Publiziert in: Heiner Boberski: Mächtig – Männlich –Mysteriös. Ecowin Verlag, Salzburg 2005, ISBN 9783902404169
  3. http://www.msm-mmp.org/Commitments.aspx
  4. Artikel (PDF; 619 kB) in Der Fels 1998/02, S. 42
  5. Mitgliederverzeichnis des VAM, 1990. Online unter Heiner Boberski: Im Reich der Engel und Dämonen. Publiziert in: Heiner Boberski: Mächtig – Männlich –Mysteriös. Ecowin Verlag, Salzburg 2005, ISBN 9783902404169
  6. http://www.sektenberatung.info/text/25.pdf