Naturschutzgebiet Kormorankolonie bei Niederhof

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Naturschutzgebiet Kormorankolonie bei Niederhof

IUCN-Kategorie IV − Habitat-/Species Management Area

Nester der Kormorankolonie im Winter

Lage Nordöstlich von Brandshagen im mecklen­burg-vor­pommer­schen Land­kreis Vor­pommern-Rügen
Fläche 27 ha
Kennung LU MV 62 (PDF; 217 kB)
WDPA-ID 9331
Geographische Lage 54° 15′ N, 13° 12′ O
Naturschutzgebiet Kormorankolonie bei Niederhof
Meereshöhe von 12 m bis 22 m
Einrichtungsdatum 23. Dezember 1954
Verwaltung LUNG

Das Naturschutzgebiet Kormorankolonie bei Niederhof ist ein 25 Hektar umfassendes Naturschutzgebiet in Mecklenburg-Vorpommern etwa zwei Kilometer nordöstlich von Brandshagen. Im Gebiet liegt eine umfangreiche Brutkolonie des Kormoran. Die ersten acht Brutpaare siedelten sich 1952 an, nach tiefgreifenden Nachstellungen und folgendem Niedergang am alten Brutplatz auf Rügen (Halbinsel Pulitz am Kleinen Jasmunder Bodden). Der Gebietszustand ist gut, da trotz massiver Eingriffe in den Brutbestand die Kormorankolonie erhalten blieb.

Historie

Die nördliche Grenze zum Strelasund

Ein Burgwall im nordwestlichen Teil des Schutzgebietes weist auf eine Besiedlung bereits in der Jungsteinzeit hin, was Grabungen und Scherbenfunde aus dem Jahr 1973 belegten. Niederhof war bis 1945 ein Rittergut. Im 18. Jahrhundert legte der Stralsunder Kammerrat Giese einen Gutspark an, der noch bis 1930 beliebtes Wochenendausflugsziel Stralsunder Familien war. Das einstige weiße Schloss im Westteil des Parkes brannte 1947 ab. Im Nordteil, am Ufer des Strelasundes, befand sich zu DDR-Zeiten ein Ferienheim des Rat des Kreises. Im westlichen Teil des Gebietes findet sich ein ehemaliger jüdischer Friedhof.

Pflanzenwelt

Eingangsbereich

Im Gebiet stockt Eschen-Buchenwald. Schwarzerle wächst in den feuchten Niederungen. Der Burgwall ist mit Linden bestanden. Die als Horstbäume dienenden Eichen sind aufgrund der ätzenden Wirkung des Vogelkots größtenteils abgestorben. Nachfolgende Baumarten sind dann Esche und Bergahorn. Typische Vertreter der Krautschicht sind Wald-Bingelkraut, Wald-Flattergras und Wald-Veilchen. Durch den Vogelkot wird der Boden mit Nitrat angereichert, was stickstoffliebene Pflanzen nachweislich begünstigt.

Tierwelt

Der Kormoranbestand ist in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen. Im Jahr 1998 wurden 1835 Brutpaare nachgewiesen, wobei der Bestand nach Zusammenbrechen der Brutbäume auf der Insel Tollow nochmals wuchs. Ein weiterer bedeutender Brutvogel ist der Graureiher mit 194 Brutpaaren, daneben gibt es Waldschnepfe, Dohle, Zwergschnäpper, Schwarzspecht, Buchfink und Goldammer.

Literatur

  • Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern (Hrsg.): Kormorankolonie bei Niederhof 6 in: Die Naturschutzgebiete in Mecklenburg-Vorpommern. Demmler-Verlag, Schwerin 2003, S. 212 f.

Weblinks