Richard David Precht

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Richard David Precht (2015)

Richard David Precht (* 8. Dezember 1964 in Solingen) ist ein deutscher Philosoph und Publizist. Er ist Honorarprofessor für Philosophie an der Leuphana Universität Lüneburg und Honorarprofessor für Philosophie und Ästhetik an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin.[1][2] Seit dem großen Erfolg mit Wer bin ich – und wenn ja, wie viele? wurden seine Bücher zu philosophischen oder gesellschaftspolitischen Themen Bestseller. Sie erschienen in über vierzig Sprachen. Seit 2012 moderiert er die Sendung Precht im ZDF.

Herkunft, Studium und berufliche Tätigkeit

Richard David Precht wuchs in einer Familie mit fünf Kindern auf, davon zwei vietnamesische Adoptivkinder, die seine Eltern 1969 und 1972 als Zeichen des Protests gegen den Vietnamkrieg aufgenommen hatten. Sein Vater Hans-Jürgen Precht arbeitete als Industriedesigner bei dem Solinger Unternehmen Krups und beschäftigte sich mit Literatur sowie dem Aufbau und der Pflege einer größeren Privatbibliothek. Die Mutter engagierte sich im Kinderhilfswerk Terre des Hommes. Die Kinder wuchsen in einem linksgerichteten Milieu auf.

Nach dem Abitur im Juni 1984 am Solinger Gymnasium Schwertstraße leistete Precht seinen Zivildienst als Gemeindehelfer bis September 1985 ab. Danach nahm er ein Studium der Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte in Köln auf und wurde 1994 in Germanistik zum Dr. phil. promoviert.[3] In seiner Dissertation untersuchte er die „gleitende Logik der Seele“ in Robert Musils Der Mann ohne Eigenschaften.[4]

1997 war Precht Arthur F. Burns Fellow bei der Chicago Tribune, 1999 erhielt er das Heinz-Kühn-Stipendium. 2000/2001 war er Fellow am Europäischen Journalistenkolleg in Berlin. Als Essayist schreibt Precht für deutsche Zeitungen und Zeitschriften. Von 2002 bis 2004 war er Kolumnist der Zeitschrift Literaturen und von 2005 bis 2008 freier Moderator der WDR-Hörfunksendung Tageszeichen (ehemals Kritisches Tagebuch).

Precht war mit der luxemburgischen Fernsehmoderatorin und stellvertretenden Chefredakteurin von RTL Télé Lëtzebuerg, Caroline Mart, verheiratet. Die Ehe wurde geschieden.[5]

Werke

Romane und Autobiographisches

1999 schrieb Precht mit seinem Bruder Georg Jonathan den detektivischen Bildungsroman Das Schiff im Noor. Das Buch spielt im Jahr 1985 und benutzt die dänische Insel Lilleö (in Wirklichkeit: Ærø) als Kulisse für ein kompliziertes Gespinst aus Motiven und Analogie, etwa jener zwischen Theologie und Polizeiarbeit. An der Oberfläche ist das Buch eine Detektivgeschichte um ein versunkenes Schiff und einen lange zurückliegenden Mord. Tiefer liegend handelt das Buch von der Ordnung der Dinge. Auch der Philosoph Michel Foucault fehlt nicht, der in der Gestalt des Restaurators Mikkel Folket auftritt. Das Buch erschien 2009 neu unter dem ursprünglich geplanten Titel Die Instrumente des Herrn Jörgensen.

Der Roman Die Kosmonauten aus dem Jahr 2002 erzählt die Liebesgeschichte und Identitätsfindung der Endzwanziger Georg und Rosalie, die sich in Köln kennengelernt hatten und kurz darauf in das Berlin der Nachwendezeit 1990/91 zusammengezogen waren. Zunächst leben sie das Leben von Bohemiens in Berlin-Mitte, von dem sich Rosalie im Verlauf der Handlung zunehmend distanziert. Sie ändert ihre Einstellungen, verliebt sich in einen anderen Mann und trennt sich schließlich von Georg, um ein bürgerliches Leben zu führen. Am Ende des Romans kommt ihr gemeinsamer Freund Leonhard durch einen tragischen Unfall ums Leben. Parallel dazu erzählt Precht in kurzen Episoden das Schicksal von Sergej Krikaljow, dem letzten Kosmonauten der Sowjetunion.

In dem 2005 erschienenen autobiographischen Buch Lenin kam nur bis Lüdenscheid – Meine kleine deutsche Revolution erinnert sich Precht aus Kinderperspektive an seine Kindheit in den 1970er Jahren zurück, als er in einer politisch links von der SPD Helmut Schmidts orientierten Familie aufwuchs. Gleichzeitig hält er Rückschau auf die weltpolitischen Ereignisse und gesellschaftspolitischen Entwicklungen in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR der 1960er, 1970er und 1980er Jahre und beschreibt politische Einstellungen, ideologische Haltungen sowie Alltagsdetails der Epoche. Das Buch wurde 2007 mit Unterstützung vom WDR, SWR und der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen verfilmt.[6]

Schriften zu Philosophie und Politik

In seinem 1997 erschienenen Buch Noahs Erbe befasst sich Precht mit den ethischen Fragen im Verhältnis von Mensch und Tier und deren gesellschaftlichen Konsequenzen. Dabei plädiert er für einen veränderten Umgang mit Tieren auf der Basis einer „Ethik des Nichtwissens“. Das Buch wurde grundlegend überarbeitet und erschien 2016 neu unter dem Titel: Tiere denken. Vom Recht der Tiere und den Grenzen des Menschen. In vier Teilen – „Das Menschentier“, „Das Tier im Auge des Menschen“, „Eine neue Tierethik“ und „Was tun?“ – schlägt Precht einen Bogen von der biologisch-anthropologischen Frage über die Kultur-, Religions- und Philosophiegeschichte der Mensch-Tier-Beziehung hin zu einer philosophischen Neubegründung der Tierethik als „Sensibilisierung“. Der letzte Teil des Buches behandelt praxisbezogene Fragen wie das Tierschutzgesetz, die Jagd, vegetarische Ernährung, Tierversuche, Zoologische Gärten und Artenschutz.

2007 schrieb Precht eine allgemeinverständliche Einführung in grundlegende philosophische Fragen. Wer bin ich – und wenn ja, wie viele? stand viele Jahre auf der Sachbuch-Bestsellerliste. Das Werk wurde im Februar 2008 auf den ersten Platz der Spiegel-Bestsellerliste genommen und blieb dort bis Oktober 2012. Precht hält damit den Langzeitrekord auf der Spiegel-Bestsellerliste. Laut Buchreport war es das erfolgreichste deutsche Hardcover-Sachbuch des Jahres 2008 und belegte in den Bestsellern des Jahrzehnts (2000–2010) den dritten Platz.[7]

In seinem 2009 erschienenen Buch Liebe: Ein unordentliches Gefühl befasst sich Precht mit der Biologie, der Evolution, der sozialen und der psychologischen Dimension der Liebe.

2010 erschien Die Kunst, kein Egoist zu sein. Das Buch untersucht unser moralisches Verhalten aus philosophischer, biologischer, entwicklungs- und sozialpsychologischer Perspektive. Im dritten, politischen Teil plädiert Precht für mehr bürgerschaftliches Engagement und für eine Transformation der Demokratie durch neue Formen der Bürgerbeteiligung und Mitbestimmung.

2011 erschien Warum gibt es alles und nicht Nichts?, ein Buch über philosophische Fragen und ihre Antworten unter Einbeziehung seines Sohnes Oskar, mit dem der Vater bei Spaziergängen durch Berlin ein Frage-und-Antwort-Spiel unternimmt.

2013 veröffentlichte Precht ein Buch zur Bildung und zum deutschen Schulsystem. In Anna, die Schule und der liebe Gott: Der Verrat des Bildungssystems an unseren Kindern übt er eine grundlegende Kritik am bestehenden Bildungssystem und fordert eine „Bildungsrevolution“, weil das bestehende System weder kindgerecht noch effektiv sei.

2015 erschien Erkenne die Welt, der erste Band einer auf drei Bände angelegten populären Geschichte der Philosophie. Das Buch ist keine lexikalische, sondern eine „philosophierende Philosophiegeschichte“ unter besonderem Einbezug von Sozial- und Wirtschaftsgeschichte: Das „gesamte Werk versteht sich als eine Art Fortsetzungsroman der immer gleichen großen Fragen in ihren jeweils neuen Zeitgewändern.“ (S. 19). Der zweite Band Erkenne dich selbst erschien im Herbst 2017. Der dritte und letzte Band soll im Oktober 2019 erscheinen.[8]

In seinem 2018 erschienenen Buch Jäger, Hirten, Kritiker. Eine Utopie für die digitale Gesellschaft beschäftigt sich Precht mit den Auswirkungen der digitalen Revolution auf die Arbeitswelt, die Psyche, die Gesellschaft und die Politik. Er bemängelt das Fehlen einer gesellschaftlichen Utopiefähigkeit, wodurch der Fortschritt allein der Technik und der Ökonomie überlassen werde, mit gefährlichen Folgen. Precht sagt eine völlige Transformation der Arbeitswelt voraus, in der deutlich weniger Menschen als bisher in festen Arbeitsverhältnissen arbeiten würden. Prognosen, wonach die Digitalisierung ebenso viel bezahlte Arbeit schaffe, wie sie vernichte, hält er für illusorisch. Um die Menschen in Zukunft zu befähigen, ein erfülltes Leben zu führen, sieht er als einzige Möglichkeit die Absicherung durch ein bedingungsloses Grundeinkommen, mitfinanziert durch Finanztransaktionssteuern. Gesellschaftlich kritisiert er den „Messbarkeitswahn“ und die Verengung des Menschenbildes auf das Quantitative, das er als Anschlag auf die Humanität sieht. Eine Welt nur aus Plänen, ohne echte „Geschichten“, hält er für weniger lebenswert als die derzeitige Lebenswelt in den Industrieländern. Entsprechend fordert er beim Einsatz Künstlicher Intelligenz eine Grenze überall dort, wo Moralität betroffen ist. Das Buch endet mit einem Plädoyer, über die engen Grenzen unseres gegenwärtigen Gesellschaftsmodells hinauszudenken und realistische Bilder einer lebenswerten Zukunft zu entwerfen, in der nicht die Technik, sondern die Humanität im Mittelpunkt steht. Der Soziologe Armin Nassehi lobte das Buch in der FAZ als eine „Streitschrift, die in der Lage ist, das Unbehagen in der und an der Moderne auf den Begriff zu bringen.“[9] Elisabeth von Thadden schrieb in der ZEIT: "Prechts Weigerung, das Handtuch zu werfen, wirkt gewinnend, wer gibt schon gern auf. Und Prechts Gangart ist klug: Er versteht es, zu fragen, wer „unsere Seelenheimaten vor dem Ausverkauf“ schützen könne, und den Konservativen doch freundlich zu sagen, eine realistische Alternative zu diesem Ausverkauf hätten sie leider nicht anzubieten."[10]

Fernsehsendung

Das ZDF strahlt seit 2012 unter dem Titel Precht[11] eine Sendereihe mit Gesprächspartnern aus Politik und Gesellschaft aus, bei denen Precht als Gastgeber und Dialogpartner fungiert.[12][13] Sie ist sechsmal im Jahr an späten Sonntagabenden zu sehen und dauert je 45 Minuten. Regie führt Gero von Boehm.

Herausgeberschaft

Seit Dezember 2010 ist Precht Mitherausgeber der Zeitschrift agora42. Er beklagt, dass es ein gesellschaftliches Fiasko sei, „dass sich Ökonomen kaum noch für Philosophie, Philosophen kaum mehr für Ökonomie interessieren“.[14]

Bürgerschaftliches Engagement

Precht ist seit 2013 Schirmherr des Bundesverbandes von Mentor – die Leselernhelfer Hannover e. V. Die Initiative setzt sich für die Förderung leseschwacher Schüler durch engagierte Bürger ein.

Politische Positionen

2011 in Frankfurt am Main

Nicht erst seit Bestehen seiner Fernseh-Sendung Precht ist Richard David Precht in den Medien mit eigenen Stellungnahmen zu aktuellen politischen Themen präsent. Auch in Vorträgen und Büchern nimmt er sich sowohl philosophischer Themen als auch politischer Gegenwarts- und Zukunftsfragen mit beachtlicher Resonanz an.

Bürgergesellschaft

In seinem Buch Die Kunst, kein Egoist zu sein tritt Precht für eine Erneuerung der Bürgergesellschaft ein. Philosophisch steht er dem US-amerikanischen Kommunitarismus nahe, der Idee, die Gesellschaft durch höheren bürgerlichen Gemeinsinn zu demokratisieren. Die Verpflichtung von Wirtschaft und Politik auf stetiges Wirtschaftswachstum sieht er als schädlich an und als bedrohlich für Wohlstand und Wohlbefinden.[15] Fragen nach der Verteilungsgerechtigkeit, der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich und der Etablierung moralferner Milieus in der Oberschicht ebenso wie in der Unterschicht sieht er als grundlegend an.[16]

Digitalisierung

In zahlreichen Vorträgen, Essays und Interviews beschäftigt sich Precht mit den Folgen der Digitalisierung für unsere Gesellschaft.[17][18] Er kritisiert, dass die Politik die Digitalisierung nahezu ausschließlich als ein technisches Problem begreife und sich kaum eine andere Frage stelle als die nach der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen. Für Precht ist die Digitalisierung dagegen eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, die dringend der politischen Gestaltung bedarf. Wenn die Politik nicht schnell genug handele, sieht Precht düstere Zukunftsszenarien: eine auf „Effizienzgewinn“ und „Monopolisierung“ ausgerichtete Gesellschaft bei gleichzeitiger Massenarbeitslosigkeit. „Computer und Roboter kosten keine Sozialabgaben, beziehen keine Rente, kein Urlaubs-oder Müttergeld. Sie schlafen nicht, sondern arbeiten ohne Mühen Tag und Nacht.“[19]

Die Digitale Revolution bringe die radikalste Spielart kapitalistischer Wirtschaft hervor, durch die das Nutzerverhalten „in bunt und hübsch designten Lebenswelten“ manipuliert und eine bisher ungekannte Macht auf das Unterbewusstsein der Menschen ausgeübt werde. „Und sie dringt in alle sozialen Räume vor, ins Auto, in die Wohnung, in Freundschaften und Liebesbeziehungen.“[20]

Tatsächlich zu verdanken sei der digitalen Technik „eine immer globalere Einheitszivilisation“ mit allem, was sich daran „an Gewinnen bejubeln und an Verlusten betrauern“ lasse: „Der digital Code setzt sich spielend über Länder- und Kulturgrenzen hinweg und ebnet sie ein in einer technischen Universalsprache aus Einsen und Nullen, am Nil so verständlich wie am Rhein und am Amazonas.“[21] Indem digitale Technik meist sehr viel Energie benötige, verstärke sie eine unheilvolle Entwicklung. Allein die Technologie für die Kryptowährung Bitcoin verbrauche im Jahr laut Manager Magazin fast so viel Strom wie der ganz Dänemark. „Google, Facebook und Co. können alles – nur nicht den Klimawandel stoppen, den Welthunger bezwingen oder die Bodenschätze und das Trinkwasser vermehren.“ Die Digitalisierung treibe Ressourcenausbeutung und Klimawandel immer weiter voran.[22]

Mit dem Informatiker Manfred Broy fordert Precht dazu auf, ein „positives Zukunftsszenario“ zu entwickeln: „Warum zeigen wir nicht, wie aufgrund der Möglichkeiten der Digitalisierung eine neue Form der Gesellschaft, Wirtschaft und Lebensführung entstehen kann?“[23] Erbe der Aufklärung sei es, sich die Zukunft von Menschen gestaltet zu denken, sie nicht in Gottes Hand oder in die Hand „einer eigengesetzlichen Evolution von Technologie“ zu legen. „Holen wir uns unsere Autonomie zurück – nicht nur in unserem Interesse, sondern vor allem im Interesse aller künftigen Generationen!“[24]

Bedingungsloses Grundeinkommen

Im Rahmen seiner Darlegungen zu Themen wie Digitalisierung, Bürgergesellschaft, Bildung und Armut bezieht Richard David Precht Position für ein Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE). Als wesentliche Gründe dafür nennt er die durch die Digitalisierung zu erwartende höhere Arbeitslosigkeit, die Verhinderung kollektiver Armut und die Finanzierbarkeit eines BGE durch Finanztransaktionssteuern.[25] Bereits jetzt zeige sich angesichts von Minijobs, Leiharbeit, Scheinselbständigkeit und unbezahlten Praktika, dass der Sozialstaat nicht mehr intakt sei.

2018 hatten nur noch 53 Prozent der Beschäftigten, so Precht, nach Tarif bezahlte Arbeit. Dementsprechend würden künftig immer weniger Menschen im Alter von ihrer Rente leben können. In solchen Konstellationen könne das BGE für Absicherung sorgen.[26] In einer „humanen Gesellschaft der Zukunft“ werde durch das bedingungslose Grundeinkommen ein allein auf Erwerbsarbeit gegründeter Leistungsbegriff überwunden, der ohnehin blind sei für die sozialen Lebensleistungen vieler Menschen. „Der Zwang, monotone und demoralisierende Arbeit auszuüben, entfällt. Damit sind die materiellen Grundlagen für eine Gesellschaftsutopie geschaffen, die den Menschen als freies Individuum begreift.“[27]

Migration

Zum Thema Migration meint Precht, dass „der Exodus der Flüchtlinge aus ihren Heimatländern […] gerade erst begonnen“ habe. Er werde „die Geografie des 21. Jahrhunderts umformen. Und er wird die Politik der reichen europäischen Länder verändern müssen im Hinblick auf eine neue völkerübergreifende Solidarität.“[28] In diesem Sinne plädiert er mit Rupert Neudeck für eine flüchtlingspräventive Außenpolitik und eine gezielte Entwicklungshilfe für wenige ausgewählte Länder, um diese tatsächlich entscheidend voranzubringen.[29]

Bildung

Precht ist ein scharfer Kritiker des bestehenden deutschen Bildungssystems, das er weder für effektiv noch für kindgerecht hält. Er fordert eine „Bildungsrevolution“, ähnlich wie jene in den 1960er und 1970er Jahren, um Deutschlands Schulen für eine unter digitalen Vorzeichen völlig veränderte Gesellschaft fit zu machen. Neben Lehrern möchte er kompetente Personen von außerhalb in den Schulalltag einbeziehen. Beispielsweise sollten in Schulen zusätzlich renommierte Praktiker unterrichten, auch solche im Ruhestand. In Fächern wie Mathematik sieht er die Chance, mittels elektronischer Hilfen besser auf den Wissensstand von Schülern und Studenten einzugehen. Ebenso ist er der Meinung, dass Vorlesungen im Grundstudium an der Universität in vielen Fächern heute nicht mehr zeitgemäß seien, da man sich besser eine Einführungsvorlesung eines Nobelpreisträgers zu Hause anschaut, wobei man zurückscrollen kann, wenn man etwas nicht versteht.[30][31] Für die Lehrerausbildung schlägt er Castings als Auswahlverfahren vor, um wenig begabte Pädagogen frühzeitig auszusieben. Statt für Fachseminare der Lehrerausbildung plädiert er für „Lehrer-Akademien“ nach dem Vorbild von Kunsthochschulen.

Tiere

Im Hinblick auf den Umgang mit Tieren in der Gesellschaft erkennt Precht eine „Schizophrenie“ zwischen Haustierhaltung und hoher Sensibilität vieler Menschen auf der einen und der alltäglichen Praxis der Tierhaltung auf der anderen Seite. Er fordert eine tierethisch orientierte Reform des Rechts hinsichtlich der Aufnahme von Tierrechten in das Tierschutzgesetz und lehnt die weithin noch gesellschaftlich akzeptierte Jagd, Pelztierfarmen, die industrielle Massentierhaltung und -verwertung, Tierversuche und besonders die Versuche an Primaten ab.[32]

Klonen und Stammzelltherapie

Grundlegend gegen das Klonen erbidentischer Menschen spricht nach Precht vor allem die Menschenwürde, die die Einzigartigkeit des menschlichen Individuums einschließt; der Klon aber wäre ein „Dividuum“, ein Geteiltes – mit vorhersehbaren psychischen Risiken.

Beim Klonen zu Forschungszwecken ist Precht die getrennte Betrachtung von embryonalen Stammzellen („wie Neuschnee, der alle erdenklichen Farben und Formen annehmen kann“) und adulten Stammzellen mit begrenzteren Wandlungsmöglichkeiten wichtig. Zwar verstoße die zweckgerichtete Nutzung embryonaler Stammzellen nicht gegen die Menschenwürde (die ein Bewusstsein voraussetze), doch hätten adulte Stammzellen, die zu Therapiezwecken aus eigenen Körperorganen gewonnen werden, den Vorzug, keine Abstoßungsreaktionen auszulösen. Bei Abwägung der aus der embryonalen und adulten Stammzellforschung abgeleiteten Heilsversprechen erscheine vorläufig die Forschung mit adulten Stammzellen als „der viel bessere Weg.“[33]

Präimplantationsdiagnostik und Fortpflanzungsmedizin

Wie bei der Schönheitschirurgie bereits im Schwange könnte laut Precht auch die Reproduktionsmedizin „zu einem rasant wachsenden Markt werden, der ganz neue Normen in die Welt setzt.“ Mit der Zunahme der technischen Möglichkeiten wüchsen auch „die Begehrlichkeiten ehrgeiziger und unerschrockener Eltern.“ Neben der Vorbestimmung des Geschlechts im Zuge der Präimplantationsdiagnostik (PID) kämen dann auch Größe und diverse geschmacks- bzw. trendbedingte Schönheitsmerkmale in Betracht.[34]

Auch wenn es nicht Aufgabe des Staates sei, so Precht, Eltern vor ihren Wünschen und ihrem Geschmack zu bewahren, habe er doch absehbaren Schaden von der Gesellschaft abzuwenden. „Wenn heute und in Zukunft ausgewählt werden kann, was vorher der Zufall bestimmte, ergeben sich Folgeketten von unabsehbarem Ausmaß.“ Von einer „Konsum-Eugenik“ zu fürchten sei „eine tiefe allgemeine Verunsicherung.“[35]

Sterbehilfe

Hinsichtlich der Zulässigkeit ärztlicher Sterbehilfe für unheilbar todgeweihte Patienten unterscheidet Precht einschlägig zwischen passiver Sterbehilfe, etwa durch Behandlungsabbruch, indirekter Sterbehilfe durch Verabreichung lebensverkürzender starker Schmerzmittel, Beihilfe zur Selbsttötung, etwa durch Bereitstellung tödlicher Substanzen, und aktiver Sterbehilfe, zum Beispiel durch Setzen einer Giftspritze. Dabei lässt Precht ein Selbstbestimmungsrecht auf Sterben – als der Menschenwürde zugehörig – nicht uneingeschränkt gelten. „Die meisten Menschen sind sicher intuitiv der Ansicht, dass eine schmerzlindernde Pflege zum Tode der bessere Weg ist als eine Giftspritze. Dieses intuitive Gefühl ist fest verankert in der Natur des Menschen […].“[36]

Folglich könne aktive Sterbehilfe nur als letztes Mittel geleistete werden, „wenn kein anderer Weg offensteht.“ Palliativmedizin sei deshalb entsprechend intensiv zu fördern und für Ärzte wie Patienten der humanere Weg. Unter Hinweis auch auf einen möglicherweise zunehmenden sozialen Erwartungsdruck im Falle der Zulassung ärztlicher Sterbehilfe resümiert Precht: „Was heute im Einzelfall in der Grauzone von passiver, indirekter und aktiver Sterbehilfe in deutschen Krankenhäusern tatsächlich geschieht, dürfte allemal besser sein als eine rechts- und moralphilosophisch klare und eindeutige Position für die aktive Sterbehilfe.“[37]

Rezeption

Laut Neuer Zürcher Zeitung ist Precht „der einzige zeitgenössische Philosoph, dessen Name zum Phänomen geworden ist“.[38] Precht wird als öffentlicher Intellektueller wahrgenommen, als „Bürgerphilosoph“ (DIE ZEIT),[39] „mediale Allzweckwaffe“ (DER SPIEGEL)[40] und als „Weltbegriffsphilosoph“ (THE EUROPEAN).[41] Seine populärphilosophischen Sachbücher der Jahre 2007–2011 vermittelten aktuelle Themen der gegenwärtigen Philosophie einer breiten Öffentlichkeit. Seit 2013 bereitet Precht die Philosophiegeschichte des Abendlandes als Problemgeschichte auf und mischt sich in gesellschaftliche Debatten wie die Frage nach einem besseren Bildungssystem, einer künftigen Tierethik oder den gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung ein. Seine gesellschaftspolitischen Vorstellungen werden in den Medien sehr viel und oft stark kontrovers diskutiert.

Auszeichnungen

Publikationen

Bücher

  • Noahs Erbe. Vom Recht der Tiere und den Grenzen des Menschen. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2000, ISBN 3-499-60872-3.
  • Die Kosmonauten. Roman. Kiepenheuer & Witsch, München 2003, ISBN 978-3-462-03216-1.
  • Baader braun. In: Iris Radisch (Hrsg.): Die Besten 2004. Klagenfurter Texte. Die 28. Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt. Piper, München/Zürich 2004, ISBN 3-492-04648-7. (Beitrag zum Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2004, online).
  • Wer bin ich – und wenn ja, wie viele? Eine philosophische Reise. Goldmann, München 2007, ISBN 978-3-442-31143-9. (Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste vom 2. Juni bis zum 21. September 2008)
  • mit Georg Jonathan Precht: Die Instrumente des Herrn Jørgensen. Roman. Goldmann, München 2009, ISBN 978-3-442-47115-7.
  • Liebe: Ein unordentliches Gefühl. Goldmann, München 2010, ISBN 978-3-442-15554-5.
  • Die Kunst, kein Egoist zu sein. Warum wir gerne gut sein wollen und was uns davon abhält. Goldmann, München 2010, ISBN 978-3-442-31218-4.
  • Lenin kam nur bis Lüdenscheid. Meine kleine deutsche Revolution. Erweiterte Auflage. Ullstein, Berlin 2011, ISBN 978-3-548-37323-2.
  • Warum gibt es alles und nicht Nichts? Ein Ausflug in die Philosophie. Goldmann, München 2011, ISBN 978-3-442-31238-2.
  • Anna, die Schule und der liebe Gott. Der Verrat des Bildungssystems an unseren Kindern. Goldmann, München 2013, ISBN 978-3-442-31261-0. (Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste vom 6. bis zum 19. Mai 2013)
  • Erkenne die Welt, Geschichte der Philosophie 1. Goldmann, München 2015, ISBN 978-3-442-31262-7.
  • Tiere denken. Vom Recht der Tiere und den Grenzen des Menschen, Goldmann, München 2016, ISBN 978-3-442-31441-6
  • Erkenne dich selbst, Geschichte der Philosophie 2. Goldmann, München 2017, ISBN 978-3-442-31367-9
  • Jäger, Hirten, Kritiker. Eine Utopie für die digitale Gesellschaft. Goldmann, München 2018, ISBN 978-3-442-31501-7

Aufsätze und Artikel (Auswahl)

Film

  • Lenin kam nur bis Lüdenscheid. Dokumentar- und Spielfilm, Deutschland, 2008, 88 Min., Drehbuch: Richard David Precht, Regie: André Schäfer, Produktion: Florianfilm, im Auftrag von WDR, SWR, Kino-Premiere: 1. Juni 2008 in Solingen,[46] Film-Besprechung:[47] Der Dokumentarfilm wurde für den Deutschen Filmpreis 2009 nominiert.

Literatur

  • Gero von Boehm: Richard David Precht. 18. Februar 2009. Interview in: Begegnungen. Menschenbilder aus drei Jahrzehnten. Collection Rolf Heyne, München 2012, ISBN 978-3-89910-443-1, S. 650–660.

Weblinks

Anmerkungen

  1. Philosoph Precht lehrt an der Leuphana. ndr.de, 1. Juni 2011, archiviert vom Original am 19. Juli 2011; abgerufen am 17. Juni 2011.
  2. Pressemitteilung der Uni, abgerufen am 4. November 2017.
  3. Gegenüber Ursula März hob Precht hervor, dass er sein Studium im akademischen Sprint von acht Semestern und mit Bestnoten absolviert habe, desgleichen die Promotion über Musil. (Unser Bürgerphilosoph. Seine Bücher sind in den Bestsellerlisten fest geparkt. Richard David Precht gelingt das Kunststück, das Anspruchsvolle einem großen Publikum zu vermitteln. Eine Begegnung mit dem Schriftsteller und Philosophen. Ursula März in Die Zeit, 5. Januar 2011; abgerufen am 31. Januar 2019.)
  4. Titel der Dissertation von 1994: Die gleitende Logik der Seele. Ästhetische Selbstreflexivität in Robert MusilsDer Mann ohne Eigenschaften
  5. Philosophie als Erfolgsmodell. Richard David Precht wird 50: Kölner musste lange auf Anerkennung warten. In: Die Welt. 5. Dezember 2014, abgerufen am 1. Dezember 2015.
  6. Der Film lief 2008 in deutschen Programmkinos und erreichte mehr als 20.000 Zuschauer.
  7. Buchreport: Jahresbestseller 2008 (Memento vom 19. Oktober 2013 im Internet Archive)
  8. Interview mit Richard David Precht: „Philosophieren ist kein Überlebensvorteil“ in: Berliner Zeitung. 1. Januar 2018
  9. https://www.buecher.de/shop/zeitfragen/jaeger-hirten-kritiker/precht-richard-david/products_products/detail/prod_id/50576810/#reviews
  10. https://www.zeit.de/2018/22/richard-david-precht-jaeger-hirten-kritiker
  11. Homepage der Sendung
  12. Michael Hanfeld: ZDF stellt „Philosophisches Quartett“ ein. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. März 2012, abgerufen am 26. März 2012.
  13. Precht will Alltagsprobleme der Menschen thematisieren. In: Die Welt, 23. Juli 2012, abgerufen am 26. Juli 2012.
  14. agora42. Startseite. Abgerufen am 9. Februar 2011.
  15. Richard David Precht: Die entfremdete Republik. Bei der Präsidentenwahl geht es um mehr als nur um ein Amt oder eine Person. In: Der Spiegel. Nr. 26, 2010, S. 116–117 (online28. Juni 2010).
  16. Richard David Precht: Soziale Kriege. Vom Unbehagen der bürgerlichen Mittelschicht. In: Der Spiegel. Nr. 39, 2010, S. 176–177 (online27. September 2010).
  17. Richard David Precht: Gedanken zur digitalen Revolution. In: VISIONMAG. 12. August 2016, archiviert vom Original am 2. Februar 2017; abgerufen am 26. Januar 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.visionmag.de
  18. Marc Boos: Richard David Precht: Wir brauchen eine positive Utopie. 3. Mai 2016, abgerufen am 11. Februar 2018.
  19. Jäger, Hirten, Kritiker. 2018, S. 129.
  20. Jäger, Hirten, Kritiker. 2018, S. 38.
  21. Jäger, Hirten, Kritiker. 2018, S. 35.
  22. Jäger, Hirten, Kritiker. 2018, S. 248.
  23. Manfred Broy und Richard David Precht: Daten essen Seele auf. Die Digitalisierung wird zur vierten industriellen Revolution. Doch es fehlt eine gesellschaftspolitische Antwort. In: DIE ZEIT. Nr. 5, 2017, S. 8.
  24. Jäger, Hirten, Kritiker. 2018, S. 261.
  25. https://www.xing.com/news/klartext/warum-ich-mich-fur-das-grundeinkommen-einsetze-2414
  26. Jäger, Hirten, Kritiker. 2018, S. 141 f.
  27. Jäger, Hirten, Kritiker. 2018, S. 149.
  28. Richard Precht: Moral: Echte Träume, echte Not. In: Die Zeit. 14. Januar 2016, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 4. Dezember 2016]).
  29. Kosake van Ze: Richard David Precht und Rupert Neudeck. 12. September 2015, abgerufen am 4. Dezember 2016.
  30. Richard David Precht: Vergesst das Wissen! Sternstunde Kultur, SF, 23. November 2013
  31. Vergesst Precht! In: FAZ. 6. Mai 2013.
  32. „Das Elend ist größer als je zuvor“, Richard David Precht über Fleischkonsum und Tierhaltung: Naturefund. In: www.naturefund.de. Abgerufen am 4. Dezember 2016.
  33. Precht: Wer bin ich...? 28. Aufl. 2007, S. 242–249; Zitate S. 245 und 249.
  34. Precht: Wer bin ich...? 28. Aufl. 2007, S. 252 und S. 256 f. „Wie viele Kinder werden einst gegen ihre Eltern klagen, weil sie sie nicht frühzeitig ‚optimiert‘ haben? Denn auf die PID werden wohl in absehbarer Zeit die Prä-Implantations-Reparatur (PIR) und die Prä-Implantations-Optimierung (PIO) folgen.“ (Ebenda, S. 257)
  35. Precht: Wer bin ich...? 28. Aufl. 2007, S. 261 f.
  36. Precht: Wer bin ich...? 28. Aufl. 2007, S. 198 f.; Zitat S. 206.
  37. Precht: Wer bin ich...? 28. Aufl. 2007, S. 207 f.
  38. Claudia Mäder: Richard David Precht über die Gegenwart: «Der Philosophie steht eine neue grosse Zeit bevor». In: Neue Zürcher Zeitung. 19. November 2016, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 21. November 2016]).
  39. „Precht machte nicht nur im Affenzahn Karriere. Er etablierte nebenbei das Modell des bürgernahen, sichtbaren, engagierten Intellektuellen, den es eher in Frankreich gibt, in der Bundesrepublik nicht.“ Ursula März: Richard David Precht: Unser Bürgerphilosoph. In: Die Zeit. 5. Januar 2011, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 1. Februar 2019]).
  40. SPIEGEL ONLINE, Hamburg, Germany: KARRIEREN: Vielosoph to go – DER SPIEGEL 34/2011. In: www.spiegel.de. Abgerufen am 21. November 2016.
  41. Prechts Ansatz, befindet Krisha Kops, unterscheide sich von dem sonst in der Philosophie und unter den öffentlichen Intellektuellen hierzulande gebräuchlichen, wo man sich oft mehr dem Schul- als dem Weltbegriff verschrieben habe. Eben darum würden „Weltbegriffsphilosophen“ wie Precht für ihre angebliche Popphilosophie angefeindet. „Dabei versucht er genau das, was Schweitzer tat und Cassirer forderte: das thematisieren, was alle betrifft, und zwar mit einem Duktus, der nicht nur für eine Bildungselite zugänglich ist.“Krisha Kops: Richard David Precht contra Peter Sloterdijk. In: TheEuropean. 21. Mai 2017 (theeuropean.de [abgerufen am 1. Februar 2019]).
  42. AMV Sales Award Sally. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 26. Januar 2017.@1@2Vorlage:Toter Link/www.presse-amv.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  43. deutscher-fernsehpreis.de: Liste der Preisträger 2013 (deutsch, abgerufen am 22. Oktober 2013)
  44. Marc Bartl: Deutscher Fernsehpreis: Precht erhält Auszeichnung für ZDF-Philosophiesendung. In: kress. 26. September 2013, abgerufen am 4. Oktober 2013.
  45. PETA Deutschland e.V.: PETA „Progress Awards 2017“: Tierrechtsorganisation zeichnet Richard David Precht aus. Abgerufen am 19. Juli 2017.
  46. Precht: Die Welt in meinem Kopf (Memento vom 4. März 2009 im Internet Archive), Solinger Tageblatt, 2. Juni 2008.
  47. Film-Besprechung: Lenin kam nur bis Lüdenscheid, Die Tageszeitung, 5. Juni 2008, von Barbara Schweizerhof.