Wikidata

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Wikidata
www.wikidata.org
Motto Die freie Wissensdatenbank, die jeder bearbeiten kann
Beschreibung Wikiprojekt zur Zentralisierung von Daten und Fakten
Registrierung optional
Sprachen mehrsprachig
Eigentümer Wikimedia Foundation
Urheber Wikimedia
Erschienen 29. Oktober 2012

Wikidata ist der Name einer frei bearbeitbaren Wissensdatenbank, die unter anderem das Ziel hat, Wikipedia zu unterstützen. Das Projekt wurde von Wikimedia Deutschland gestartet und stellt als gemeinsame Quelle bestimmte Datentypen für Wikimedia-Projekte bereit, zum Beispiel Geburtsdaten oder sonstige allgemeingültige Daten, die in allen Artikeln der Wikimedia-Projekte verwendet werden können.

Seit dem Start 2012 verzeichnet Wikidata ein vergleichsweise starkes Wachstum an Inhaltsseiten; mittlerweile sind über 49 Millionen Datenobjekte vorhanden (Stand 8. August 2018).[1]

Die Angaben in Wikidata stehen unter der Creative-Commons-Lizenz CC0 1.0 Universal (CC0 1.0) Public Domain Dedication. Dadurch können die Daten ohne Angabe eines Urhebers frei verwendet werden. Alle anderen Namensräume stehen unter der Creative-Commons-Attribution/Share-Alike-Lizenz (CC BY-SA 3.0).[2]

Aufbau

Aufbau einer Wikidata-Aussage

Der Hauptnamensraum der Wikidata ist eine Sammlung von Objekten (bezeichnet mit dem Präfix „Q“ und einer direkt darauf folgenden Zahl). Die Objekte wiederum bestehen aus beliebig vielen Aussagen und Behauptungen (bezeichnet mit dem Präfix „P“ für englisch property und einer Zahl). Diese Eigenschaften können mit Qualifikatoren (ebenfalls mit dem Präfix „P“ bezeichnet) weiter präzisiert werden. Durch Quellen belegte Behauptungen werden Aussagen genannt.[3] Im Zuge der Integration des Wikipedia-Schwesterprojekts Wiktionary, das ein mehrsprachiges Wörterbuch erarbeitet, wurde die Möglichkeit geschaffen, auch Lexeme direkt in Wikidata als Datenobjekte anzulegen.

Wikidata wird, wie alle Projekte der Wikimedia Foundation, auf der Basis von MediaWiki betrieben, das um Komponenten mit dem Namen Wikibase erweitert werden musste, um mit strukturierten Daten umgehen zu können. Wikibase besteht aus dem Wikibase Repository, in dem die Daten abgelegt und verwaltet werden, und dem dazugehörigen Wikibase Client, mit dem man auf das Repositorium zugreifen kann.[4]

Wikidata ermöglicht beispielsweise die Pflege von Normdaten an einem zentralen Ort, wie etwa den Library of Congress Authorities (LCAuth), die von Wikimedia-Projekten, insbesondere von Wikipedia, benutzt werden. Genauso können Daten zu Programm-Versionen einmalig in Wikidata statt auf vielen Projekten individuell bearbeitet werden, was vor allem für kleinere Projekte eine erhebliche Arbeitsentlastung bedeutet.

Historische Entwicklung

Entwicklung der Datenobjektzahlen auf Wikidata
Beispiel einer Liste von U.S. Präsidenten mit Ehepartnern in der Darstellung als Graph.
Wikidata Abfragedienst mit SPARQL Beispiel unter query.Wikidata.org

Wikidata war das erste neue Projekt der Wikimedia Foundation seit 2006.[5] Das Projekt Wikidata wurde erstmals im September 2004 von Erik Möller vorgeschlagen.[6] Magnus Manske implementierte kurz darauf einen ersten Prototyp, der die grundsätzliche Machbarkeit des Projekts demonstrierte. Die eigentliche Umsetzung begann schließlich im April 2012 und wurde durch Spenden von Paul Allens Allen Institute for Artificial Intelligence, der Gordon and Betty Moore Foundation und Google Inc. mit insgesamt 1,3 Millionen Euro finanziert.[7][8] Die Finanzierung durch Spenden lief offiziell bis zum Frühjahr 2013; für den Zeitraum danach plante Wikimedia Deutschland, eine Anschlussfinanzierung zu finden.[9]

Am 15. Dezember 2012 wurde das einmillionste Datenobjekt eingetragen. Seit 2018 gibt es mehr als 40 Millionen Objekte.[10]

Der inzwischen abgeschlossene Projektplan sah drei Phasen vor:

  • Phase 1 begann am 30. Oktober 2012 mit dem offiziellen Start von Wikidata und seiner Freigabe für die Bearbeitung. Zunächst wurden die in den einzelnen Wikipedias lokal im Wikitext gespeicherten Sprachlinks in Wikidata zu Datenobjekten (englisch Items) zentral zusammengeführt und mit Bezeichnungen und Beschreibungen versehen. Bei diesen Aufgaben wurden vor allem automatische Computerskripte (auch bekannt als Bots) eingesetzt. Anfangs konnten nur Sprachlinks eingefügt werden. Ab dem 14. Januar 2013 waren diese in der ungarischsprachigen Wikipedia verfügbar,[11] am 30. Januar 2013 wurden sie in der hebräischen und der italienischen[12] und am 13. Februar in der englischsprachigen Wikipedia freigeschaltet[13] und seit 6. März 2013 sind sie in allen Sprachversionen verfügbar.[14]
  • Am 4. Februar 2013 ging die „Phase 2“ mit noch limitiertem Funktionsumfang in Betrieb. Hier wurden Aussagen zu Datenobjekten hinzugefügt (Beispiel Marie Curie: GeburtsortWarschau). Diese Informationen wurden zum Teil automatisiert aus Wikipedia-Infoboxen und -Kategorien übertragen. Ziel ist es, Informationen auf Infoboxen in den Wikipedia-Sprachversionen zentral in Wikidata zu speichern und diese bei Bedarf in Wikipedia zu verwenden. Am 27. März 2013 wurde in den ersten elf Wikipedia-Sprachversionen die Unterstützung für Phase 2 aktiviert. Am 23. April zogen die restlichen Wikipedias nach, darunter auch die Deutschsprachige Wikipedia.[15]
  • Seit Phase 3 ist es möglich, automatisiert Listen mit Daten aus Wikidata zu erstellen. Zu den manuell erstellten und gewarteten Tabellen und Listen innerhalb der Wikipedia gibt es seither zahlreiche Möglichkeiten Listen automatisiert erstellen zu lassen.

Im Jahr 2013 spendete IBM das Preisgeld des Feigenbaum-Preises 2013 für das Watson-Projekt an die Wikimedia Foundation und namentlich Wikidata, weil die Wikipedia einen großen Beitrag zum Erfolg des Projektes geleistet habe und Wikidata es sich zum Ziel gesetzt habe, Menschen wie Maschinen leichteren Zugang zu Wissen zu verschaffen.[16]

Ende 2014 gab Google bekannt, die eigene Faktendatenbank Freebase im Jahr 2015 zugunsten des Wikidata-Projektes zu schließen. Um Daten einfacher nach Wikidata übernehmen zu können, wurde ein Importtool bereitgestellt.[17][18]

Ab dem Oktober 2016 wurde der offizielle Abfragedienst bereitgestellt, der die Ausführung von SPARQL Abfragen ermöglicht.[19]

Verbreitung

Eine Umfrage, die der Bibliotheks-Dienstleister OCLC im Jahr 2018 durchgeführt hatte, ergab, dass Wikidata unter den Linked-Data-Projekten, aus denen Daten in eigene Angebote übernommen wurden, mit 41 % der Befragten den Platz fünf einnahm – vor WorldCat und ISNI, aber deutlich nach der Library of Congress und VIAF. Im Vergleich zu 2015 sei Wikidata vor allem für Bibliotheken, Museen und Archive bedeutsamer geworden.[20]

Kritik

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen noch folgende wichtige Informationen:
Kritisiert wurde auch immer wieder die Qualität des Datenbestands in Wikidata, insbesondere fehlende Belege, „blinder“ Import aus verschiedenen Wikipedia-Sprachversionen, fehlende Kontrolle bezüglich Vandalismus.--Aschmidt (Diskussion) 17:38, 3. Dez. 2018 (CET)
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Insbesondere in der Anfangszeit von Wikidata wurde kritisiert, dass eine Lizenz ohne Copyleft verwendet wird.[21][22]

Sonstiges

Im Juli 2015 stellten Bachelorstudenten des Hasso-Plattner-Instituts der Universität Potsdam ein Projekt vor, das „Vollständigkeit und Korrektheit der Daten des rasant wachsenden Datenbestands sicherstellen“ soll. Zur Konsistenzprüfung hinzugezogen werden dazu unter anderem Daten der Deutschen Nationalbibliothek[23] und der Internet Movie Database.[24]

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Special:Statistics. In: Wikidata. Abgerufen am 8. August 2018.
  2. Wikidata:Datenbank-Download. In: wikidata.org. Abgerufen am 9. September 2016.
  3. Wikidata:Glossar. In: www.wikidata.org. Abgerufen am 9. September 2016.
  4. Wikibase — Home. Abgerufen am 3. Dezember 2018.
  5. Matthew Roth: The Wikipedia data revolution. In: Wikimedia Blog. 30. März 2012, abgerufen am 9. September 2016 (englisch).
  6. Erik Möller: Die heimliche Medienrevolution – Wie Weblogs, Wikis und freie Software die Welt verändern. 1. Auflage. Heise Zeitschriften Verlag, Hannover 2005, ISBN 3-936931-16-X, S. 189, 196 ff. (medienrevolution.dpunkt.de [PDF; 3,0 MB]).
  7. Boonsri Dickinson: Paul Allen Invests In A Massive Project To Make Wikipedia Better. In: Business Insider. 30. März 2012, abgerufen am 9. September 2016 (englisch).
  8. Sarah Perez: Wikipedia’s Next Big Thing: Wikidata, A Machine-Readable, User-Editable Database Funded By Google, Paul Allen And Others. In: TechCrunch. 30. März 2012, abgerufen am 9. September 2016 (englisch).
  9. Torsten Kleinz: Wikidata: Daten-Fundus für Wikipedia eröffnet. In: heise online. 31. Oktober 2012, abgerufen am 9. September 2016.
  10. Statistics. In: www.wikidata.org. Abgerufen am 24. Mai 2018.
  11. Lydia Pintscher: Erste Schritte von Wikidata in der ungarischen Wikipedia. In: Wikimedia Deutschland Blog. 14. Januar 2013, abgerufen am 14. Januar 2013.
  12. Lydia Pintscher: Wikidata kommt in die nächsten zwei Wikipedien. In: Wikimedia Deutschland Blog. 30. Januar 2013, abgerufen am 31. Januar 2013.
  13. Lydia Pintscher: Wikidata auf der englischen Wikipedia. In: Wikimedia Deutschland Blog. 13. Februar 2013, abgerufen am 7. März 2013.
  14. Lydia Pintscher: Wikidata jetzt auf allen Wikipedien. In: Wikimedia Deutschland Blog. 6. März 2013, abgerufen am 7. März 2013.
  15. Lydia Pintscher: Wikidata auf der ganzen Welt. Wikimedia Deutschland, 24. April 2013, abgerufen am 28. April 2013.
  16. Matthew Roth: IBM Research donates AAAI Feigenbaum Prize for Watson to the Wikimedia Foundation. In: Wikimedia Foundation Blog. 16. Juli 2013, abgerufen am 9. September 2016 (englisch).
  17. The Knowledge Graph team at Google: When we publicly launched Freebase back in 2007, we thought of it as a… In: Google+. 16. Dezember 2014, abgerufen am 9. September 2016 (englisch).
  18. Wikidata:Primary sources tool. Abgerufen am 3. Februar 2017.
  19. Wikidata Query Service. Abgerufen am 5. November 2018 (englisch).
  20. Karen Smith-Yoshimura: Analysis of 2018 International Linked Data Survey for Implementers. In: Code4Lib Journal. Band 42, 8. November 2018, ISSN 1940-5758 (code4lib.org).
  21. Alexrk2: Is CC the right license for data? In: meta.wikimedia.org. 1. April 2012, abgerufen am 9. September 2016 (englisch).
  22. Andreas Kolbe: Unsourced, unreliable, and in your face forever: Wikidata, the future of online nonsense, The Register, 8. Dezember 2015.
  23. HPI-Studenten sorgen für Qualitätssicherung in Wikidata. Hasso-Plattner-Institut, 7. Dezember 2015, abgerufen am 9. September 2016.
  24. Felix Naumann, Anja Jentzsch: Wikidata Quality. Hasso-Plattner-Institut, 24. August 2016, abgerufen am 9. September 2016.